
Kommunales
„Die Zeit ist reif für einen Wechsel"
Vor der Wahl: Manfred Rauschkolb will für die SPD Stadtbürgermeister werden und in die Fußstapfen seines Vaters treten
EISENBERG. Die Eisenberger Innenstadt hat sich Manfred Rauschkolb, der SPD-Kandidat für das Amt des Stadtbürgermeisters, als Treffpunkt für das Gespräch mit der RHEINPFALZ ausgesucht. Hier sieht der 51-Jährige einiges im Argen liegen, was er im Fall seiner Wahl gerne anpacken würde.
„Die Innenstadt wird immer leerer", hat Rauschkolb beobachtet. Als Hauptgrund glaubt er ein fehlendes Einzelhandelskonzept ausgemacht zu haben. „Wir haben fünf Friseurläden, aber nur noch einen Lebensmittelmarkt im Zentrum", beklagt er. Gleichzeitig nehme die Zahl älterer, immobiler Menschen zu. Ohne ein nachhaltiges Konzept sei die Grundversorgung in Gefahr und auch das Umland bleibe weg. Um das zu verhindern müsse auch der Marktplatz attraktiver gestaltet werden, „so dass sich die Bürger dort wohlfühlen." Ein Busbahnhof soll die seiner Ansicht nach gefährliche Situation für Schulkinder an der Bushaltestelle verbessern. Außerdem will sich Manfred Rauschkolb für eine stärkere Polizeipräsenz einsetzen. „Wir brauchen dringend eine richtige Polizeistation. Nach 18 Uhr sieht es in Eisenberg mit der Polizeipräsenz sehr mau aus."
Obwohl er in Berlin geboren wurde und die ersten Lebensjahre in Worms und Wörrstadt verbracht hat, ist Manfred Rauschkolb ein waschechter Eisenberger: „Ich wohne seit 1964 hier und habe die Höhen und Tiefen miterlebt", sagt er. „Wir haben hier viele Möglichkeiten: ein tolles Schwimmbad, Theater, viele Vereine", erläutert der Kandidat, was Eisenberg für ihn zu einer lebenswerten Stadt macht. Er selbst schweift für sein Hobby, das Motorradfahren, auch schon mal in die Ferne, etwa in die Südpfalz oder ins Elsass. „Unsere Familie ist seit jeher SPD-orientiert, Kommunalpolitik habe ich von frühester Jugend an miterlebt", beschreibt er seine politische Sozialisation. Heute ist Manfred Rauschkolb verheiratet und hat zwei Töchter, die der Familientradition folgend, bei den Jusos engagiert sind.
Beruflich ist Rauschkolb gleichwohl eher dem Kapital zugewandt: Der Bankkaufmann leitet die Zweigstelle der Sparkasse Donnersberg in Ramsen. „Die Wirtschaftskrise trifft Eisenberg hart. Den Arbeitnehmern fehlt Geld", hat er beobachtet. Das kleine Eisenberg könne zwar nicht in die großen Wirtschaftskreisläufe eingreifen, doch müsse man sich überlegen, ob man sich in dieser Situation alles leisten könne. Ein Beispiel sei der Römerkreisel: „Das ist nicht die Hauptsache, aber es bewegt die Leute", ist sich Rauschkolb sicher. Auch der Informationsfluss zwischen Stadtspitze und Fraktionen ist ein Punkt, den er am gegenwärtigen Bürgermeister kritisiert. Auch deshalb findet er: „Nach 13 Jahren ist die Zeit reif für einen Wechsel."
Mit Manfred Rauschkolb schickt die SPD einen Mann mit einem in Eisenberg wohl bekannten Namen ins Rennen. Vater Heinrich stand von 1964 bis 1981 an der Stadtspitze und unterstützt heute den Sohn - wenn auch aus gesundheitlichen Gründen nicht direkt im Wahlkampf - so doch mit „Tipps und seinem umfangreichen Wissen" bei seiner Kandidatur. Gleichwohl stellt der Sohn klar: „Ich möchte ein eigenständiger Bürgermeister sein. Schließlich tritt nicht die Familie Rauschkolb an, sondern Manfred Rauschkolb." (zin)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.119
Datum: Montag, den 25. Mai 2009
Seite: Nr.23